sonnighorn | pizzo bottarello
cresta di saas
antronapass (passo di saas) - peterrück - punta di saas (latelhorn) - vorder latelhorn - passo di camposecco - punta lorraccio - pizzo scarone - punta banella - passo banella - cima dello spigolo - cimone di camposecco - augstkummenhorn - sonnighorn (pizzo bottarello) - sonnigpass (bocchetta del bottarello)
28.06.26
nachdem ich diese tour letzten herbst aufgrund heimtückischen wassereises schon an der ersten plattigen stelle abbrechen musste, gehe ich diese sehr lange grattour über zehn 3000er nun nochmals zusammen mit einem freund an.
zustieg:
von furggstalden (furggstalu) via chalchofe und furggu ins schöne furggtälli. vorbei an einem alten speckstein-abbau geht's weiter bis zum antronapass (2837m) und entlang des peterrücks (steinmänner) zum cresta-biwak auf 3032m (diese biwakschatel stand bis 1995 im mischabeljoch und wurde 1997 hier unterhalb des latelhorns wieder aufgebaut). es lohnt sich, ganz bis zum pass aufzusteigen und die steinmänner richtung biwak zu verfolgen. letzten herbst wählte ich nach der moräne den direkten zustieg zum biwak, was sich als ein sehr mühsames und unwegsames unterfangen herausstellte. (T3, 2¾h)
route:
punta di saas | latelhorn (3201m): während die meisten leute für diesen ersten berg den anstieg über die westflanke wählen (steinmänner, wenige wegspuren) und den gipfel so von norden her erreichen, wollten wir für die gesamte überschreitung über dessen südwestgrat aufsteigen. wir querten daher vom biwak zum peterrück zurück und suchten uns einen weg durch den von weitem sehr steil erscheinenden gipfelaufbau. glücklicherweise führt unterhalb der überhängenden felspartien ein bequemes band nach rechts in die südflanke (steinmänner), welche ein einfaches erreichen des gipfels erlaubt. (WS, I, ½h)
vorder latelhorn (3193m): ein einfacher abstieg führt in den ersten unscheinbaren sattel, wo die wegspuren von westen her an den grat stossen. nun alles der gratkante entlang über zwei oder drei kleinere erhebungen, um so den passo di camposecco (3138m) zu erreichen. der hier ansetzende steile aufschwung wird nicht direkt erklettert, sondern man quert auf einer griffarmen, aber mit guten tritten bestückten platte ein paar meter nach links, wo eine rissverschneidung zum grat zurückleitet. entlang des grates zum zweiten gipfel. (WS, II, ¾h*)
namenlose spitze (~3225m): über einen flachen gratabschnitt erreicht man den fuss eines namenlosen gipfels, der in gutem gestein überklettert wird. (WS, II, ¼h)
punta loraccio (3238m): anschliessend steigt man in den folgenden sattel ab und klettert entlang der kante weiter zur punta loraccio. (WS, III, ¼h)
pizzo scarone (3342m): der abstieg von der punta loraccio hinunter zum sattel (3176m) bietet schöne kletterei in gutem gestein, ein turm wird dabei links umgangen. weiter auf gehgelände und in einfacher kletterei zum nächsten sattel (mit einem holzpfahl markiert! ~3120m). der steile gipfel wird in optimal geschichteten fels direkt der kante nach erklettert. (WS, II, 1½h*)
punta banella (3331m): der abstieg erfolgt wiederum entlang der gratkante und führt zum sattel (~3290m) vor der punta banella. auf den gipfel gelangt man unschwierig über den schuttigen grat. (WS, I, ½h)
cima dello spigolo (3362m): auch der abstieg vom punta banella erfolgt bis zum passo banella (~3310m) in schönen fels, ebenso wie der beginn des folgenden aufstiegs. erst gegen schluss wird das gestein brüchiger. (WS, II, ¼h*)
cimone di camposecco (3398m): während der abstieg von der cima dello spigolo auf den splittrigen platten früher mit ZS die schlüsselstelle der tour darstellte, kann man sich heute bequem an inox-bohrhaken mit einmal 15m und einmal 20m auf das bequeme band an der gratkante hinunterlassen und erreicht so anschliessend den pass bei 3306m, wo sich nach westen ein notabstieg durch ein schuttcouloir nach furggstalden anbieten würde. der aufstieg zum cimone erfolgt zunächst in gutem fels dem grat entlang und zum schluss über eine ebene aus schutt. (WS, II, ¾h)
augstkummenhorn (3419m): unschwierig weiter auf schutt zum achten gipfel. (L, ¼h)
sonnighorn | pizzo bottarello (3488m): weiter auf schutt zum sattel (~3380m) absteigen. nun in fantastischer, steiler kletterei an riesigen henkeln zum letzten gipfel. (WS, I, ½h*)
bewertung: E2, WS, III, 5½h*
*) alle zeiten für eine seilfreie begehung
material: 40m-seil zum abseilen (falls man sichern möchte: schlingen, cams C4 ~#0,5 bis #1)
abstieg:
da auf den mittag heftige gewitter angesagt waren, wählten wir den direktesten abstieg vom sonnighorn: dieser verläuft über den nordostgrat zum sonnigpass (WS, III, 1¼ bis 1½h*, 2 abseilstellen à 15m), anschliessend entlang von steinmännern und bald auch blau-weisen markierungen zur almagelleralp.
eine anspruchsvollere möglichkeit wäre der abstieg über den sonniggrat nach furggstalden oder auch der noch sehr weite weiterweg via plattenhorn und kanzilti zum almagellerhorn.
angetroffene verhältnisse am 28.juni 2026:
perfekte verhältnisse, allerdings waren die doch sehr zahlreichen flechten frühmorgens vom abendlichen gewitter noch nass und entsprechend rutschig.
wir begingen die ganze tour seilfrei. bei allen steilen abschnitten ist die qualität des felsens bestens und immer optimal kletterfreundlich geschichtet. nur ein einziger kletterzug (vor dem gipfel des punta loraccio?) war etwas grenzwertig... falls man die kletterpartien sichern möchte, sollte man für die ganze tour von der punta di saas bis zum sonnighorn ~1 bis 1½ mehr einkalkulieren.
keine weiteren seilschaften im ganzen gebiet

cresta di saas: es ist empfehlenswert, entlang der steinmänner zum biwak zu gelangen. hinten der erste teil der cresta di saas

cresta di saas: der steilaufschwung wie auch die umgehungsplatte am vorder latelhorn ist vom biwak aus gut zu sehen.

cresta di saas: aussicht vom biwak zur erweiterten mischabelkette (vom rimpfischhorn bis zum dom)

cresta di saas: frühmorgens auf der punta di saas

cresta di saas: vor dem steilaufschwung am vorder latelhorn, der links umgangen wird

cresta di saas: sonnenaufgang am passo di camposecco

cresta di saas: aussicht nach nordosten vom vorder latelhorn, links das markante portjenhorn

cresta di saas: im vordergrund die namenlose spitze, hinten rechts punta loraccio

cresta di saas: hinten in der bildmitte das weissmies, links davon das tagesziel mit dem nordostgrat (vor dem weissmies)

cresta di saas: verbindungsgrat zur punta loraccio

cresta di saas: blick von der punta loraccio nach südwesten zum monte-rosa-massiv mit dem signalgrat am horizont

cresta di saas: der holzpfosten im pass vor dem pizzo scarone

cresta di saas: aufstieg zum pizzo scarone

cresta di saas: der weiterweg vom pizzo scarone

cresta di saas: blick zurück vom cimone di camposecco

cresta di saas: blick vom augstkummenhorn zum sonnighorn mit den schönen klettergrat

cresta di saas: wer noch nicht genug hat, könnte noch via plattenhorn und kanzilti zum almagellerhorn weiterklettern
bergtouren chronologisch
bergtouren alphabethisch
bergtouren nach regionen
raritäten chronologisch
raritäten nach regionen
nordwände chronologisch
nordwände nach regionen
klettertouren chronologisch
klettertouren nach regionen
top-10-touren
beste nach regionen
alle 4000er der alpen
weitere häufig besuchte berge
bewertungs-skalen
vergleich cams-friends
möbelschreinerei
kontakt: info
holzding.ch

